Spirituelle Hochzeit
von Rita Schreiber u. Bernd Dhyan Joschko
am 14. Mai 2005

Begrüßung der Gäste

Es ist schön zu erleben, dass so viele von Euch den Weg heute hierher gefunden haben, um Rita und Dhyan in diesen bedeutungsvollen Stunden zu begleiten. Doch Sie erhoffen sich von Euch nicht nur Begleitung, sie möchten Euch vielmehr herzlich einladen, Teil dieses Zeremoniells, Teil dieses Rituals zu sein und mit Eurer Energie und Eurem eigenen Wunsch nach Transformation, nach Werden und Wachsen, dabei zu sein.
Ich hoffe, dass ihr alle Euch am heutigen Tag als Teil des Ganzen verstehen und erleben könnt, denn die Teile ohne das Ganze sind einsam und verloren, das Ganze wiederum kann ohne seine Teile gar nicht sein. In diesem Sinne werdet Ihr alle heute etwas mit-kreiieren, etwas mit-schöpfen, das ohne Euch so nicht entstehen und wirken könnte.
Ich möchte jetzt die Aufmerksamkeit auf die Braut lenken, die wir in wenigen Momenten begrüßen können. Rita verkörpert heute nicht nur die Braut in der persönlichen Beziehung, sie steht auch symbolisch für die Frau, und damit mehr noch die universellen Qualitäten des Weiblichen. Und auch Dhyan verkörpert heute nicht nur den Bräutigam in der persönlichen Beziehung, auch er steht gleichermaßen für den Mann und damit mehr noch die universellen Qualitäten des Männlichen.
Wir wollen dem Weiblichen jetzt die Tür öffnen, damit der erste Schritt hin zur Vereinigung mit dem Männlichen sich vollziehen kann.

Die Braut betritt begleitet von Musik den Raum

Liebe Rita, lieber Dhyan,

Ihr habt Euch entschieden, am heutigen Tage Eure persönliche Verbindung zu bekräftigen und durch ein gegenseitiges Versprechen zu besiegeln und damit gleichzeitig symbolisch die Vereinigung der Polaritäten zum Ausdruck zu bringen.
Euer Anliegen geht damit über das Persönliche Eurer Verbindung hinaus. Es ist Euch wichtig, das lebendig werden zu lassen, woran ihr beide seit Jahren gemeinsam arbeitet und was Euer Leben füllt.
Es ist der Geist der synergetischen Methode, der in diesen Räumen atmet und nichts könnte das dieser Methode zugrundeliegende Wirkprinzip besser zum Ausdruck bringen als der Archetyp des Hieros Gamos – der Heiligen Hochzeit – das Motiv der schöpferischen Vereinigung der Gegensätze.

Dazu ein Zitat von Gerhard Wehr, einem der Biografen von C.G.Jung:
„Sorge und Sehnsucht wurzeln in der menschlichen Existenz, in der Seele des Menschen. In jedem Einzelnen werden sie erlebt und erlitten. Was schmerzt mehr als das Wissen, vereinsamt und seelisch zerrissen, unvollständig, selbstentfremdet zu sein? Was wird mehr ersehnt als die Überwindung dieses Zwiespalts, nämlich in der Harmonie des Miteinanderseins, im Heilwerden von Ich und Du, in der glückhaften Vereinigung des Getrennten?“
Die Dualität hat uns getrennt, von uns selbst, von dem jeweils anderen, von der größeren Gemeinschaft oder auch vom großen Ganzen überhaupt. Es gibt eine Trennung von Seele, Geist und Körper und wir alle befinden uns auf der Suche nach dem, was diese Getrenntheit aufheben kann. So liegt es nahe, das Symbol der Hochzeit als Ausdruck für diese Ganzwerdung zu verstehen.
Polar Entegegengesetztes – Weibliches und Männliches – findet zueinander, um gemeinsam etwas Neues, etwas Größeres und Höherwertiges zu bilden. Das ist universelles menschliches Wissen und wird in Märchen und Mythen auf vielfältigste Weise als ein Weg der Persönlichkeitsreifung und Vervollständigung des Menschen geschildert.
Viele gelehrte und weise Menschen haben darüber gesprochen, so auch Osho, den Bernd sich 1982 als seinen Lehrmeister erwählt hat. Es ist sicherlich kein Zufall, dass er im gleichen Jahr auf Hermann Haken traf, der ihm ebenfalls Lehrmeister werden sollte. Und auch Rita ist den Gedanken und Überlegungen von Osho lange Jahre gefolgt.

Mit einigen Worten von ihm wollen wir auch seinen Geist hier und heute lebendig werden lassen.

Text von Osho über die Liebe

Auch die Kinder haben uns wichtige Dinge zu sagen und so möchte uns Florina, die Tochter von Rita und Dhyan ebenfalls etwas von Osho vortragen.
Text von Osho


Jetzt verlässt die Hochzeitsgesellschaft den Raum, da das Brautpaar vor dem Haus mit Unterstützung von allen Anwesenden einen Apfelbaum pflanzen wird.

Das Ritual wird angeleitet von Doris Schick-Nagel.
Hier ihre Gedanken zu diesem Teil des Zeremoniells.

Der Apfelbaum
Bäume sind Heiligtümer.
Wer mit ihnen zu sprechen weiß,
der erfährt die Wahrheit.
Sie predigen nicht Lehren und Rezepte,
sie predigen – um das Einzelne unbekümmert –
das Urgesetz des Lebens.
Hermann HesseDie Essenz des Apfelbaumes ist das Wort „Vereinigung.“
Das leidenschaftliche Suchen nach Vereinigung führt über die Trennung am Ende doch zum Ziel.
Der Schattenanteil des Apfelbaumes fühlt sich durch andere in seiner Entwicklung gehemmt (Projektion), fühlt sich von einem Menschen getrennt durch Streit, hat Angst, das Loslassen als ein Beginn für eine neue Entwicklung zu begreifen.
Der erlöste Anteil des Apfelbaumes lernt, die Verhinderung als Chance zu erkennen und in diesem Stillstand Erkenntnisse zu schöpfen, lernt, trotz der Unterschiede eine Brücke zu schlagen, denn Trennung enthält in seinem lichtvollen Kern den Weg zur Einheit wieder neu zu gehen.
Einst wurden aus einem goldenen Apfel fünf Kerne in die Erde gelegt. Jeder Kern enthielt ein irdisches Element. Während der Winter begann, erstarrte die Feuchtigkeit im Boden und es herrschte Stille dort, aber auch Vibration durch irdische Betriebsamkeit.
Lauscht man diesem Ton, nimmt man wahr, dass er nicht gleitend, sondern in Intervallen, die Kerne berührt. Dadurch wird ihr Geist in der sie umgebenden Stille festgehalten.
Drängt das erste Surren der Insekten, die aus dem Winterschlaf erwachten, an das innere Ohr des Geistes im Kern, beginnt die Energie, nach oben drängend, sich emporzuheben und den Frühling zu begrüßen. Jetzt lauscht sein Geist fröhlich dem Wasser. Das Plätschern schwillt an und wandelt sich, je mehr sich auch die Struktur im Eis zu einem Fließen auflöst.
Jetzt erzählt das Wasser dem Geist der Kerne die Freude über das Verschmelzen und die Freude über die Struktur im Wandel der Gezeiten.
Es ist das ewig erklingende Lied des Wassers, welches nun alles Irdische zu durchdringen scheint. Wenn es auch nicht wirklich alles Irdische durchdringt, so bewirkt der Ton doch einen Wandel im Widerstand.
Für einen kurzen Moment, wo das Lied des Wassers ein wird mit dem Geist des Kernes, spüren beide die Einheit in sich. Doch an diesem Punkt, durch die irdische Kraft gelenkt, beginnen sie nun den Weg zu ihrem vorbestimmten Ziel getrennt und erst, wenn sie dort angelangt sind, werden sie ihr Getrenntsein in die wahre Einheit im letzten Schritt ihrer Entwicklung verstehen.
Hat der Kern im Frühling das Lied des Wassers aufgenommen, so steigt das Wasser durch seine Energie nach oben, und der Geist des Apfelbaumes erhebt sich von der Erde, geformt durch sie. So wie das Wasser durch die Kraft des Sonnenlichtes, das die Erde erwärmt, diese Erde verlässt und scheinbar schwerelos nach oben steigt, genauso beginnt auch der Geist des Baumes, es dem Wasser nachzutun und wandelt auch einen Teil der Erde in sich.
War der Geist des Apfelbaumes der erste, der die Wandlung durch den Geist in der Erde zum Erfolg führte?
Vielleicht war sein Geist die Urkraft, die ein scheinbar nicht eigenes Lied zum Eigenen, zum All - einen in sich machte und sich dadurch vor der Vereinigung, welche die Einheit ist auf der Erde, nicht scheute.
So war und ist der Geist des Apfelbaumes der stumme Lehrer, in dessen Kern das Lied des Wassers immer tönt und erst dann verklingt, wenn das Lied der wahren Einheit beginnt. Der Geist des Baumes hat keine Angst vor dem Feuer, welches durch die Kraft der Sonne entsteht, denn durch diese Kraft kann er sich über das Wasser mit der Erde vereinen.
Die Erinnerung an die Einheit lässt auf dem Weg zum Ziel die Erkenntnis nie vergehen, dass es die wahre Einheit gibt.
Doch es wird kein Miteinander der Elemente geben, nur ein Gegeneinander, solange die Struktur sich wehrt. Und da es das kosmische Gesetz der Einheit gibt, ist bereits auch in der verhärtetsten Gegensätzlichkeit der Erde der Kern der Einheit bereits geboren. Dies lehrt uns der Geist des Apfelbaumes.
Vergeht das Jahr, so beginnt nach dem Winter der Zyklus wieder neu, ein Werden und wieder Vergehen, der Rhythmus, der ein klares Lied erkennen lässt, die Sehnsucht wieder, mit dem Licht vereint zu werden. Doch dieses Einswerden geschieht niemals, ohne die Struktur dabei zu verwandeln. Aber es kann geschehen, wenn wir die Dankbarkeit kennen gelernt haben.
Vereinen wir das Weibliche mit dem Männlichen, ohne zu fordern vereinen, vereinen wir beide auch in uns. Damit finden wir den goldenen Apfel wieder in unserem Herzen und schenken ihn unseren Nächsten, die in unseren Herzen wohnen.
Der Geist des Apfelbaumes war Zeuge von Anfang an, vom Beginn, als die Polarität zu wirken begann, bis zum Ende, wenn der letzte Widerstand vergeht.
Der Geist des Apfelbaumes trägt in sich die Schlange, die am Baum der Erkenntnis die Krone erreicht. Hierdurch geschieht etwas ganz besonderes, denn sie vereinigt den Anfang mit dem Ende. Der Kreis schließt sich und wenn er in sich vollendet ist, kehrt er sich nach innen und gibt dann nach außen, was innen ist.
Der Geist des Apfelbaumes kennt kein Geheimnis, denn das, was innen ist, ist außen, und das, was außen erscheint, hat seinen Platz im Inneren der Natur.
Der Geist des Apfelbaumes reicht uns seine Hände, damit wir mit ihm dem Lied lauschen, was im Wind scheinbar vergeht. Wenn wir die Stille finden, dann beginnen wir, einer stillen Musik zu lauschen und während wir dies tun, öffnen wir ein Weisheitsbuch. Wir erkennen uns im Spiegel der Welt und wissen, dass Getrenntsein eins ist und das Ende den Anfang einschließt.Damit ist das Einpflanzen des Baumes beendet und nun folgt der nächste Schritt der Zeremonie.

Das Ritual der sieben Tore

Ein jedes dieser Tore steht symbolhaft für eine bestimmte Qualität, die Rita und Dhyan gemeinsam als Ausdruck ihrer Beziehung, als Ausdruck ihres gemeinsamen Lebensweges, aber auch als Ausdruck derjenigen Qualitäten, die in der synergetischen Methode einen hohen Stellenwert einnehmen, gewählt haben.
Die Gäste werden dem Brautpaar vorausgehen, ihm so den Weg bereiten und jede und jeder mag die ihr oder ihm gemäße Bedeutung für sich erschließen - verbunden mit dem Wunsch nach Transformation, nach Werden und Wachsen, nach Erweiterung.
Abschliessend werden Rita und Dhyan den Weg durch alle sieben Tore gehen und damit die Vollendung der Transformation ausdrücken, um dann den Schritt zur endgültigen Vereinigung zu vollziehen.
Jedes der sieben Tore wird betreut durch eine Wächterin bzw. einen Wächter.
Das erste Tor hat die Qualität des Mutes. Sein Wächter ist Michael Budnik. Jede und Jeder, die/der durch dieses Tor geht, erhält eine Karte des Mutes, die sie oder er an einem der kommenden sechs Tore hinterlassen kann. Es geht darum, zu signalisieren „für diese Qualität brauche ich Mut“ oder „an dieser Qualität will ich etwas transformieren, hier will ich wachsen und mich entwickeln“ oder „für die Umsetzung dieser Qualität ins Leben benötige ich Mut“.
Das zweite Tor hat die Qualität der Lust. Seine Wächterin ist Agnes Ewerling. Hier gibt es keine Aufgabe zu erfüllen, außer derjenigen, die Lust zu spüren und darüber zu erfahren, in welchen Momenten des Lebens die Lust begleitet, worüber Lust entsteht oder an was Lust sich entzündet. Es geht im Wesentlichen darum, sich berühren zu lassen und zu erleben, was dann passiert …..
Das dritte Tor hat die Qualität des Vertrauens. Seine Wächterin ist Frauke Dietz. Hier erhält jede und jeder einen Satz, einen Spruch, den sie/er bewahren mag, in sich nachklingen lässt und einfach mitnimmt auf der Reise durchs Leben.
Das vierte Tor hat die Qualität der Freiheit. Seine Wächterin ist Ute Oßwald. Hier erhält jede und jeder ein Blatt, auf dem ein sog. Mustersatz formuliert ist. Dieser soll in Kürze und Spontaneität positiv umformuliert werden. Niemand wird diesen prüfen oder werten - es gilt einfach, die persönliche Weite der eigenen Freiheit zu testen und sich auszudrücken, ohne den vorauseilenden Gehorsam gesellschaftlicher oder individueller Konditionierung walten zu lassen.
Das fünfte Tor hat die Qualität der Familie. Seine Wächterin ist Viola, Tochter von Dhyan aus erster Ehe. Diese Qualität gemahnt an die Fähigkeiten des Kind-Seins, das unverstellte Auf-die-Welt-Zugehen, den gänzlich unvorbelasteten und wertfreien Blick auf das, was jetzt zu entdecken und wahrzunehmen ist. Familie bedeutet auch immer, etwas zu gebären, etwas Neues in die Welt zu tragen und sich der Vielfalt des Lebens in Neugier und Offenheit zu stellen. In Anklang an das Kindliche meint es auch, sich das Leben spielerisch zu erobern und anzueignen. Alle erhalten ein kleines Geschenk (nichts Geringeres als Seifenblasen, die dann – ausnahmslos von allen Erwachsenen – noch ausgiebig genutzt werden).
Das sechste Tor hat die Qualität des Geheimnisses. Seine Wächterin Bettina Kimpfbeck. Jede und jeder erhält die Hälfte einer Karte und ist nun aufgefordert, im Verlauf des späteren Tages ihr bzw. sein Gegenstück zu finden. Das Ritual nähert sich seiner tieferen Bedeutung, denn wir alle sind auf der Suche nach dem, was uns komplettiert, was uns ganz und vollkommen macht. Nur darin können wie letztendliche Erfüllung finden.
Das siebte Tor hat die Qualität der Liebe. Seine Wächterin ist Sylke Urhahn. Liebe ist die alles vereinigende, alles erfüllende Energie. Es muß und darf auch vielleicht dazu nicht mehr gesagt werden. Sylke überreicht jeder und jedem das universelle Symbol der Liebe – eine Rose.
Rita und Dhyan durchschreiten jetzt auch die sieben Tore begleitet von der Musik des Hochzeitmarsches, der andeutet, dass sie sich nun das Versprechen geben wollen.


Ansprache an das Brautpaar

Liebe Rita, lieber Dhyan

Sieben Tore habt ihr gewählt, und wohl mit Bedacht, denn die Sieben vereinigt die Drei als Grundzahl des Männlichen, kulturübergreifend bekannt als die Trinität, mit der Vier als Grundzahl des Weiblichen, wie es sich uns in den vier Elementen von Erde, Wasser, Luft und Feuer erschließt.
Sieben Qualitäten habt Ihr gewählt, um das Euch Verbindende, die Qualitäten, die Euch einen und begleiten zum Ausdruck zu bringen.

Es bedarf des Mutes, um das eigene Leben zu meistern und vielleicht noch mehr Mut, um dies in Gemeinsamkeit zu tun, sich auf das Wagnis einer engen und innigen Beziehung einzulassen, Mut, um Männliches und Weibliches miteinander zu verbinden.
Lust aneinander, Lust aufeinander vermittelt das prickelnde Gefühl von Lebendigkeit und die Lust am Gemeinsamen baut darauf. Höchste Lust kann erst dann entstehen, wenn Weibliches und Männliches in Vereinigung treten, denn daraus entsteht lebensspendende Kraft.
Vertrauen wird die Grundlage sein, muss sich aber erst auch entfalten, muss wachsen und sich bestätigen können. Es bedarf des Vertrauens zu sich selbst, des Vertrauens zueinander, aber auch des Vertrauens in das Leben überhaupt, um Vertrauen in das Gemeinsame gewinnen zu können. Das Weibliche vertraut dem Männlichen und umgekehrt und baut auf die Qualitäten des jeweils anderen.
Doch kann dies alles gelingen, ohne die persönliche Freiheit preiszugeben? Es kann, wenn es die uneingeschränkte Akzeptanz der jeweils anderen Persönlichkeit umschließt, diese zu achten und wertzuschätzen und der Freiheit der und des anderen den gleichen Wert beimessen wie der eigenen. Die Freiheit des Weiblichen will ebenso gewahrt sein wie diejenige des Männlichen.
In Freiheit kann dann auch Familie entstehen, sie ist etwas tief und grundlegend Verbindendes. Sie gründet sich auf die Vereinigung von Weiblich und Männlich und findet ihren höchsten Ausdruck in der Schaffung neuen Lebens. Eine tiefgreifende Entscheidung, die ihr beide füreinander und miteinander getroffen habt.
Und doch liegt über alledem ein Geheimnis, das wohl jeder Mensch im Verlauf seines Lebens sich anschickt zu enträtseln.
Nichts Geringeres als Liebe ist das, was wir alle zu finden hoffen und zu ergründen suchen. Liebe verleiht Mut, Liebe bringt Lust in sonst nicht gekannter Form, Liebe begründet innerstes Vertrauen, Liebe bewirkt tiefste Freiheit, Liebe ermöglicht es, Familie zu sein und zu leben, Liebe ist schlicht des größte Geheimnis, das der Mensch zu ergründen sucht…….

Liebe Rita, lieber Dhyan,

Ihr scheint dieses Geheimnis für Euch ein Stück aufgedeckt zu haben – durch gelebte Beziehung, den Mut sich aufeinander einzulassen, das gewachsene Vertrauen, die gegenseitig gegebene Freiheit, die Entscheidung zur gemeinsamen Familie.
Und dennoch wird es Geheimnis bleiben, denn wir sprechen hier von nichts Geringerem als dem Mysterium Coniunctionis, dem Mysterium des Verbundenseins und der Vereinigung, dem Ihr heute durch das Hieros Gamos, der Heiligen Hochzeit, symbolhaft Form und Gestalt verleihen wollt.
Dies wird umso bedeutungsvoller, als sich die Verbindung von Weiblich und Männlich in Eurem Leben in noch etwas anderem, etwas höherem als der rein individuellen Ebene umsetzt. Es ist die gemeinsam gewählte Aufgabe, den Menschen, d.h. dem Kollektiv das synergetische Prinzip, diese tief in unser Innerstes vordringende und dort uns erlösende Methode nahezubringen.
Und auch hier bedarf es der sieben Qualitäten: den Mut, ein Projekt mit gänzlich ungewissem Ausgang auf sich zu nehmen und sich ihm zu stellen, die immer wieder neu aufflackernde Lust auf das Unbekannte, das tiefe Vertrauen in die Wahrheit und tragende Kraft von Evolution, die Eroberung der eigenen Freiheit, die es gestattet, auch andere in ihre Freiheit zu entlassen, das Wiedergewinnen der eigenen Familie, die vielfach im Verlauf unserer Erfahrungen verlustig ging.
Und hinter alledem die ständig wiederkehrende Erfahrung, dass wir hier auf ein Geheimnis stoßen, das wir auch mit der synergetischen Methode nicht entschlüsseln vermögen – vielleicht einfach deshalb, weil die Methode selbst klarster und tiefster Ausdruck dieses Geheimnisses ist.
Es gelingt ihr, das zu vollziehen, was wir heute symbolisch als Hieros Gamos zelebrieren, sie zeigt dieses mysterium coniunctionis und mehr noch, sie lässt uns dieses Mysterium erleben. Sie vollzieht die Integration, sie ermöglicht die Vereinigung von Weiblich und Männlich in ganz unmittelbarer, erlebbarer Art und Weise, sie vereinigt polar Entegegengesetztes, sich scheinbar gegenseitig Ausschließendes zu einer neuen, höherwertigen Qualität, sie erzeugt Emergenz und ist damit lebensschaffende Kraft.
Sich dieser Aufgabe zu stellen kann und wird nur auf der Grundlage von Liebe gelingen. Diese Methode braucht die Liebe, die Liebe zum Menschen, die Liebe zur Sache und dadurch ist sie in der Lage, diese Qualität selbst auch zu erzeugen.
Ihr habt beide besonders in den vergangenen 12 Jahren mit all Eurer Kraft und Energie für diese wunderbare Methode gekämpft. Dabei stand Euch die Liebe zur Seite. Die Liebe, die ihr füreinander empfindet als tragendes Fundament, die Liebe zu den Menschen, denen ihr Euer Wissen mitgegeben und die ihr durch die tiefen Täler ihrer inneren Welt begleitet habt

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Ihr habt mich gebeten, an dieser Stelle noch eine weitere Person zu benennen, die daran einen wichtigen Teil hat. Dem komme ich von Herzen gerne nach und es mag kein Zufall sein, dass sie heute die Hüterin, die Bewahrerin des Tores der Liebe war.
Sylke verkörpert die Qualität des unendlich großen Herzens, das es vermag einen jeden mit einzuschließen. Sie geht mit unverbrüchlicher Treue und Loyalität den Weg der Synergetik, selbst in den Stunden ihres tiefsten und dunkelsten Schmerzes hatte sie keinen Zweifel an diesem Weg.
Sie ist ein nicht wegzudenkenden Teil dieses großen Ganzen und trägt dazu bei, dass Rita und Bernd diesen oftmals unendlich schweren Weg gehen können. Damit hat sie einen festen Platz in ihren Herzen. Und dafür möchten Sie Dir hier und heute und im Angesicht all dieser Menschen danken.


Doch knüpfen wir wieder an am Gedanken des Hieros Gamos. So wie es der synergetischen Methode gelingt, die Vereinigung der Polaritäten von Weiblich und Männlich gestaltend zu erschaffen, benötigt sie diese Vereinigung gleichsam als Voraussetzung, denn das Neue ist im Alten immer bereits schon angelegt. Wie gelingt es Rita und Bernd nun, dies im Leben zur Umsetzung zu bringen?
Rita als Verkörperung des Weiblichen hat den Mut aufgebracht, sich auf dieses Projekt von größter kollektiver Bedeutung an der Seite dieses Mannes einzulassen. Sie ist Geliebte und gleichzeitig Mutter. Sie beseelt den Ort, an dem all dies geschieht bis in den hintersten Winkel, sie tragender und ruhender Pol, den es braucht, um wieder Kraft zu schöpfen. Sie verleiht dem Ganzen Ausdauer und das sichere Gefühl von Stabilität, das notwendig ist, wenn Müdigkeit und Erschöpfung drohen überhand zu nehmen. Sie ist Mutter für ihre Kinder, aber auch für all diejenigen, die noch einmal Kind sein müssen, um dieses Erleben für sich zurückzugewinnen. Sie symbolisiert heute das Vertrauen und das Wissen um die tiefsten weiblichen Qualitäten von unbedingter Hingabe und Aufnahmebereitschaft. Sie bündelt in sich die Beständigkeit von Mutter Erde, dem größten aller weiblichen Symbole und die gleichzeitige Beseelung durch das Wasser, das tiefste Gefühl, das es uns gestattet in das Reich des Unbewussten, das Reich der Mütter, hinabzusteigen.
Bernd als Verkörperung des Männlichen ist derjenige, der mit männlicher Dominanz und dem unbedingten Willen zur Tat dem Ganzen vorausgeht. Er ist Geliebter und Vater. Er zeigt Orientierung und verfügt gleichzeitig über die Fähigkeit der intuitiven Vision. Es ist dieses wissende Vorausahnen, das ihn auszeichnet, das geistige Element, das vonnöten ist, um etwas wirklich Großes zu erschaffen. Er ist die Spannkraft und der Drang nach vorne, der Voraussetzung ist, um ein Projekt von solcher Tragweite ins Leben zu bringen. Es symbolisiert heute das Feuer, die ständig lodernde Flamme, die nicht erlischt, sondern immer bereit ist, dem großen Ganzen neue Energie zuzuführen. Er ist Vater seiner Kinder, aber auch Vater für all diejenigen, die den Willen zum Handeln, zu dem männlich geprägten Ausruf: „Ich will und ich werde tun“ ein wenig verloren haben. Er fordert ein, er zeigt Wege auf und wird dadurch zum Lehrer für uns alle – letztlich aber auch zum Lehrenden für das Kollektiv, dem er an der Schwelle zum neuen Jahrtausend seine überragende Methode zum Geschenk anbietet. Und hierin zeigt sich der Kulminationspunkt des Männlichen schlechthin: es ist das Schöpferische, die Fähigkeit, altes, bereits Bekanntes aufzugreifen und in einem Prozess der Transformation etwas gänzlich Neues, etwas Höherwertiges, das über uns alle hinausweist, zu kreiiren.
Diesem tiefsten Grundgedanken der synergetischen Methode, die es vermag die Transformation über den Weg der echten Integration und damit der wahren Vereinigung zu erzielen, wollen diese beiden Menschen nun durch ihre persönliche Vereinigung, durch ihr gegenseitiges Versprechen Ausdruck verleihen.


Der Bund

Als Trauzeugen sind anwesend Sylke Urhahn für die Braut und Uwe Ibenthal für den Bräutigam

Liebe Rita, lieber Dhyan,
Ihr habt Euch entschieden, ein gegenseitiges Versprechen abzugeben, das Zeugnis ablegt über Eure innere Verbundenheit. Diese soll mit dem heutigen Tage für alle offen, sichtbar und besiegelt werden.
So frage ich Dich, Rita Schreiber, willst Du den hier anwesenden Bernd Dhyan Joschko zu Deinem Mann nehmen und mit ihm den emeinsamen Lebensweg in Vertrauen, Freiheit und Liebe gehen? Dann antworte mit „Ja“.
Rita antwortet mit Ja.
Und ich frage Dich, Bernd Dhyan Joschko, willst Du die hier anwesende Rita Schreiber zu Deiner Frau nehmen und mit ihr den gemeinsamen Lebensweg in Vertrauen, Freiheit und Liebe gehen? Dann antworte mit „Ja“.
Dhyan antwortet mit Ja.
Dann tauscht zum Zeichen Eures Bundes die Ringe


Der Abschluss- das Feuer
In der Nacht entzündet Renate Eymann als Wächterin des transformierenden Elements ein großes Feuer, dem viele der Anwesenden einen Wunsch oder etwas bisher materiell bzw. ideell Wichtiges übergeben. Das Ritual und die Zeremonie der Heiligen Hochzeit findet damit ihren Abschluß.